Die einfachste Unterscheidung zwischen Psychiater und Psychologe erlaubt der Beruf.

Ein Psychiater hat Medizin studiert und den Facharzt erlangt, der Psychologe studiert eine empirische Wissenschaft, was zunächst einmal nichts mit Heilkunde und deren Ausübung zu tun hat.

Die Gemeinsamkeit ergibt sich nur durch eine mehrjährige, aufwendige psychotherapeutische Weiterbildung, wodurch der Arzt zum Ärztlichen Psychotherapeuten, der Psychologe zum Psychologischen Psychotherapeuten wird.

Die Entscheidung, ob und welche Form der Psychotherapie ein adäquates und erstattungsfähiges Behandlungsinstrument ist, obliegt dem Arzt. Auch Psychopharmaka darf (nicht muss!) nur ein Arzt anordnen.

„Psyche ist ein griechisches Wort und lautet in deutscher Übersetzung Seele. Psychische Behandlung heißt demnach Seelenbehandlung. Man könnte also meinen, dass darunter verstanden wird: Behandlung der krankhaften Erscheinungen des Seelenlebens. Dies ist aber nicht die Bedeutung dieses Wortes. Psychische Behandlung will vielmehr besagen: Behandlung von der Seele aus, Behandlung – seelischer oder körperlicher Störungen – mit Mitteln, welche zunächst und unmittelbar auf das Seelische des Menschen einwirken.“

(Sigmund Freud, Kleine Schriften II – Kapitel 14, 1890)